Du bist meine Mutter // von Joop Admiraal

SPIEL Jaap Achterberg // REGIE Enzo Scanzi

Koproduktion Klibühni Chur und Theater an der Winkelwiese ZH

Premiere 1995

 

Die alltägliche Geschichte einer Beziehung zwischen Mutter und Sohn. Sie, in der Dämmerung ihres Lebensabends, wohnt im Pflegeheim. Er, im mittleren Alter, besucht sie dort jeden Sonntag. Sie spazieren ein bisschen im Heimgarten, reden über Belangloses und Intimes, über das Leben und den Tod. Schlicht, rührend und auch komisch. Ein Stück über alt werden und Abschied nehmen. Und natürlich über die Liebe.


Beide Figuren werden vom gleichen Darsteller gespielt.


Seine erste Soloproduktion (mit über 50 Vorstellungen) bringt Jaap Achterberg die öffentliche Anerkennung seiner darstelllerischen Fähigkeiten.

 

 

FOTO Sabine Harbeke

PRESSESTIMMEN

Nun verwandelt sich der Sohn leise in die Mutter.

Seine lockere Körperhaltung zieht sich in ihre Verkrampfung zusammen, seine tragende, volle Stimme wird dünn und spitz.

In Sekundenbruchteilen wechselt er von nun an vom

Sohn in die Mutter und wieder zurück. Bedächtig steht die

alte Frau von ihrem Bett auf, zieht sich mit Hilfe des

Sohnes dendunklen Jupe, die fahle Bluse und schliesslich den grauen Mantel an. Ohne Peinlichkeiten wird Jaap Achterberg zur

alten Frau. Näher kann man mit realistischen Mitteln

nicht ans Leben rangehen. Geschieht es mit so beeindruckend

liebevollem Respekt, lässt man sich solchen Realismus

gern gefallen.

Schaffhauser AZ, Februar 1996

Jaap spielt Joop. Du bist meine Mutter ist eine sensible Studie zu Altern und Abschied. Und es gibt immer noch nichts Besseres.

Züritipp, Dezember 1995

 

In der feinfühligen Inszenierung von Enzo Scanzi meistert der holländische Schauspieler Jaap Achterberg die heikle Gratwanderung zwischen den beiden Rollen auf bewundernswert einfühlsame und rücksichtsvolle Weise, ohne je in billige Komödiantik abzugleiten. Aargauer Tagblatt, Dezember 1995


Ein grossartiger Mime ist hier am Werk, der in Erstaunen versetzt,

der uns zwei Personen glauben macht, wo stets nur eine steht, ob unter brauner Strickmütze und Altfrauenbrille oder im knitterfreien Sonntagsanzug - eine schauspielerische Höchstleistung,

und Achterberg ist durchaus ein Meister dieses Spiels.

Badener Tagblatt, September 1996